Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. hat eine Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und sich in diesem Rahmen auch dem Ziel der Klimaneutralität bis spätestens 2045 verpflichtet.

Durch hohe Investitionen in die energetische Sanierung ihrer Wohnanlagen hat die Genossenschaft ihre CO2-Emissionen seit 1990 bereits um mehr als 40 % reduziert. Nun haben die Vorstandsmitglieder Ulrich Brombach und Stefan Zellnig den detailliert ausgearbeiteten Klimapfad der Genossenschaft hin zu einem klimaneutralen Gebäudebestand vorgestellt.

Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. bewirtschaftet einen eigenen Immobilienbestand von rund 3.600 Wohnungen in den Städten Neuss und Kaarst und ist damit das größte private Wohnungsunternehmen im Rhein-Kreis Neuss. Seit jeher verfolgt die Genossenschaft ein nachhaltiges Geschäftsmodell und leistet bereits seit 120 Jahren einen wertvollen Beitrag für eine gute und sichere Wohnungsversorgung in der Region. Zuletzt hat die Genossenschaft ihre Anstrengungen für ein nachhaltiges Wirtschaften nochmals deutlich verstärkt. Damit kommt sie nicht nur ihrem gesellschaftlichen Auftrag nach, sondern sie handelt auch absolut im Sinne ihrer Mitglieder. Diese haben zum Jahresbeginn 2021 im Rahmen einer umfassenden Mitgliederbefragung mit großer Mehrheit (92 %) bestätigt, dass ihnen das Engagement der GWG e.G. für ein klimafreundliches und nachhaltiges Wohnen wichtig oder sogar sehr wichtig ist.

Für das Berichtsjahr 2018 hat die GWG e.G. erstmalig einen Nachhaltigkeitsbericht nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex erstellt und auf dieser Basis eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet. Ein wesentlicher Teil dieser Strategie, die konkrete Maßnahmenpläne in verschiedenen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Handlungsfeldern umfasst, ist der Klimaschutz. Basierend auf den Klimaschutzzielen der Weltgemeinschaft und insbesondere auch Deutschlands, hat sich die GWG e.G. dem Ziel verpflichtet, bis spätestens 2045 einen klimaneutralen Gebäudebestand vorweisen zu können. Auch die für den Gebäudesektor im Klimaschutzgesetz angegeben Ziele (Reduktion der CO2-Emissionen um 43 % bis 2030 und um 83 % bis 2040, jeweils gemessen an 2020) möchte die GWG e.G. – bezogen auf ihren Gebäudebestand – erreichen.

Nun hat die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. eine konkrete Maßnahmenplanung erarbeitet und somit ihren Klimapfad benannt, auf dem sie diese für die Wohnungswirtschaft durchaus ehrgeizigen Klimaziele erreichen will. Als Planungsgrundlage wurde der Immobilienbestand im Detail analysiert und es wurde eine CO2-Bilanzierung erstellt. Demnach haben die Wohnungen der GWG e.G. durch Heizung und Strom im Jahr 2018 klimabereinigt rund 33,4 kg CO2 pro Quadratmeter und Jahr emittiert. Ohne Klimabereinigung lag der Wert bei 26,2 kg CO2 pro Quadratmeter und Jahr.  „Damit liegt die Genossenschaft deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt“, betont GWG-Vorstand Ulrich Brombach.  Die Ursache liegt für ihn auf der Hand: „Wir haben bereits in den vergangenen 30 Jahren hohe Summen in die energetische Sanierung unseres Bestandes investiert. Durch den systematischen Austausch von Heizungsanlagen und die nachträgliche Dämmung von Gebäudehüllen konnten wir seit 1990 die CO2-Emissionen unseres Wohnungsbestandes sehr deutlich reduzieren.“

Der jetzt für die kommenden Jahre vorgestellte Reduktionspfad der Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. orientiert sich an den aktuellen politischen Vorgaben. Die erforderlichen und bereits konkret geplanten Maßnahmen zur Erreichung der Reduktionsziele ordnet Ulrich Brombach im Wesentlichen fünf Kategorien zu: Neben energetischen Sanierungsmaßnahmen und bestandsersetzendem Neubau sind dies die Umstellung auf ökologisches Gas, der Einbau CO2-neutraler Heiztechnologie sowie geringinvestive Maßnahmen. „Geringinvestive Maßnahmen sind zum Beispiel die regelmäßige Überprüfung der Heizungseinstellungen oder die Beeinflussung des Nutzerverhaltens, etwa durch den Einsatz smarter Lösungen für eine intelligente Heizungssteuerung“, erklärt Ulrich Brombach.

Die weiteren Maßnahmen wie energetische Sanierungen, Austausch der Heiztechnik sowie bestandsersetzender Neubau sind allerdings wirtschaftlich durchaus herausfordernd, wie Ulrich Brombach darlegt: „Für die kommenden Jahre haben wir in verschiedenen Szenarien ein deutlich erhöhtes Investitionsvolumen geplant. Wir sehen dabei aber auch einen deutlich erhöhten Bedarf für eine staatliche Förderung. Dass wir die Klimaziele erreichen müssen, steht außer Frage, aber ebenso wichtig ist, dass unsere Genossenschaft weiterhin ein Garant für bezahlbaren und zukunftssicheren Wohnraum bleibt.“ Auch der rechtliche Rahmen müsse klar sein, wie Stefan Zellnig betont: „Nicht alles, was technisch möglich und wünschenswert ist, ist auch in rechtlicher Hinsicht schon klar geregelt. Hier brauchen wir dringend Planungssicherheit.“

Diese Fragen beschäftigen nicht nur die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. Bereits seit 2020 ist die Genossenschaft Mitglied der Initiative Wohnen.2050 e.V., einem Zusammenschluss von mittlerweile über 100 Wohnungsunternehmen in ganz Deutschland, die gemeinsam daran arbeiten, Strategien für die Realisierung eines CO2-Reduktionspfades hin zu einem klimaneutralen Gebäudebestand im Jahr 2045 zu entwickeln. Die Initiative vertritt zurzeit bereits über zwei Millionen Wohnungen und acht der zehn größten Wohnungsunternehmen Deutschlands. „Ein wesentlicher Teil der Arbeit der Initiative IW 2050 besteht darin, der Politik anhand konkreter Planungen die fachliche Grundlage für die Auflage konkreter Förderprogramme an die Hand zu geben und so die Finanzierung der erforderlichen Maßnahmen zu sichern“, so Stefan Zellnig.

Die Gemeinnützige Wohnungs-Genossenschaft e.G. wird die beschlossenen Maßnahmen und deren Wirkung jährlich evaluieren. Abhängig vom Grad der Zielerreichung soll die Investitionsplanung auch unter Berücksichtigung der politischen und technologischen Entwicklungen der kommenden Jahre ebenso jährlich angepasst werden. Ulrich Brombach und Stefan Zellnig zeigen sich zuversichtlich: „Wir wissen, was zu tun ist, und wir sind auf einem guten Weg“.