Seit Juni 2021 wohnen die Mitglieder der Demenz-WG „Am Römerpark“.

 Betreut wird die selbstverwaltete Einrichtung von professionellen Pflegekräften, und auch Ärzte schauen regelmäßig vorbei. In der WG herrscht eine familiäre Atmosphäre zwischen Bewohnern und ihren Angehörigen. Gemeinsam geht man mit der Demenz und ihren Begleiterscheinungen um.

Ina Hueges Mutter ist von Beginn an Mitglied der Demenz-WG. Die Entscheidung für dieses in Neuss bislang einzigartige Wohnprojekt von der GWG fiel leicht. „Meine Mutter lebte bereits in einer Demenz-WG in Brandenburg, meiner ursprünglichen Heimat. Als ich sie zu mir geholt habe, kam dafür eigentlich wieder nur eine Demenz-WG in Frage“, sagt Ina Huege. Die Angehörige einer WG-Bewohnerin ist zudem geschäftsführende Gesellschafterin der „Am Römerpark“-GbR. Diese wurde von allen Angehörigen gegründet. So bestimmt man wichtige Entscheidungen: Pflegepersonal, regelmäßige medizinische Dienstleistungen, Abstimmungen mit dem Deutschen Roten Kreuz, das als Betreuer der Demenz-WG ausgewählt wurde. „Durch die GbR kann die Wohngemeinschaft von uns selbst gestaltet werden. Jeder von uns kann seine Ideen und sich selbst einbringen. Wir haben alle das Bedürfnis, dass es unseren Angehörigen gutgeht und die WG funktioniert. Alle packen mit an.“ Als Basis dienen unter anderem regelmäßige Treffen und eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe.

Das klappte gut

Trotz der guten früheren WG-Erfahrungen hatte Ina Huege Vorbehalte, ob unsere Demenz-WG das Richtige für ihre Mutter ist. „Es war ein kompletter Neubau und eine WG-Neugründung. Hinzu habe ich mich gefragt, wie meine Mutter mit ihrer fortgeschrittenen Demenz bei den anderen Bewohnern, die bei Einzug ein anderes Stadium der Demenz erreicht haben, angenommen wird. Und natürlich, wie sich meine Mutter nach dem Umzug mit der neuen Situation zurechtfindet.“ Das klappte aber erstaunlich gut.

Es lohnt sich

In der Demenz-WG können die Bewohner ihre eigenen Zimmer selbst einrichten und auch in den Gemeinschaftsräumen, wie Küche und Wohnraum, finden sich persönliche Gegenstände wieder. Zusätzlich hilfreich sind strukturierte Abläufe. „Nach dem Aufstehen und Duschen begibt man sich in den Gemeinschaftsraum und isst gemeinsam. Anschließend spielt man oder geht spazieren. Man kennt sich untereinander und sitzt auch mal mit allen Bewohnern zusammen, im Sommer gerne draußen im Garten. Es gibt wöchentliche Singstunden, Physiotherapie zur Erhaltung und Förderung der Fähigkeiten der Erkrankten, regelmäßig kommen ein Hausarzt und ein Zahnarzt in die WG.“ Nicht zu vergessen ist die 24-Stunden-Betreuung durch das anwesende Pflegepersonal. Das entlastet die Angehörigen, die übrigens an keine Besuchszeiten gebunden sind. Sie können ihre Zeit umso intensiver mit ihren Angehörigen verbringen. „Ich habe mit der Demenz-WG sehr positive Erfahrungen gemacht. Natürlich bringt die GbR Arbeit mit sich, aber dafür lohnt es sich.“

Wenn Sie Fragen rund um die Demenz-WG haben, wenden Sie sich gerne an Gabriele Rothe unter der Telefonnummer 5996-43.

 

Ihre AnsprechpartnerIN

  • Gabriele Rothe

    Leiterin der Wohnungsverwaltung · Prokuristin · Betriebswirtin
    Bezirk 1: Weißenberg · Kolpingviertel

     

    Telefon 02131.5996-43

    E-Mail an Gabriele Rothe