Nach fast 25 Jahren verabschiedet sich Vorstand Ulrich Brombach am 15. Januar 2023 von der GWG und tritt seinen wohlverdienten Ruhestand an. 

Für ein letztes Interview mit Lothar Wirtz stand Ulrich Brombach gerne noch einmal zur Verfügung, bevor er im Januar 2023 die GWG verlässt.

Vor fast 25 Jahren sind Sie zur GWG nach Neuss gekommen. Wie kam es dazu, und was haben Sie vorher gemacht?

UB: Nach dem Abschluss der Studiengänge Raumplanung und Verwaltungswissenschaften habe ich mich in den Bereichen Stadtplanung und Wohnungswesen beruflich entwickelt. Ein Steckenpferd von mir war immer die Boden- und Baulandpolitik. Kernpunkt ist hier die Frage: Wie schafft es die öffentliche Hand, das knappe Gut Boden ausreichend und bezahlbar für den Wohnungsbau zur Verfügung zu stellen. Siegfried Zellnig, der damalige Vorstandsvorsitzende unserer Wohnungsbaugenossenschaft, hat mich daher im Jahr 1997 gefragt, ob ich nicht Lust habe, an diesem Ziel in der Wohnungsgenossenschaft mit ihm mitzuarbeiten. Das hat mir sehr gefallen und so bin ich 1998 zur GWG gekommen.

Wann war Ihr erster Arbeitstag und wie ist er gelaufen?

UB: An meinem ersten Arbeitstag bin ich sehr offen und freundlich in der GWG begrüßt worden. Aber ich habe sofort gemerkt, dass ich noch viel über die Arbeitsfelder und Anforderungen in einer Wohnungsgenossenschaft lernen musste. Hier waren die Aufgaben direkt sehr konkret, denn es ging und geht um unsere Mitglieder, welche ja immer direkt betroffen sind. Das Arbeiten mit und für Menschen gefällt mir aber sehr, daher ist mir diese Einarbeitungszeit leichtgefallen.

Ulrich Brombach

Würden Sie Dinge rückblickend anders machen?

UB: (Lacht) Natürlich! Im Leben und auch bei der Arbeit gibt es immer Dinge, welche man rückblickend anders machen würde. Jetzt wollen Sie bestimmt wissen, welche Dinge das sind (lacht wieder). Das werde ich Ihnen aber nicht verraten. Spaß beiseite: Jeder Mensch macht Fehleinschätzungen, gut ist, wenn man diese dann noch korrigieren kann. Ich hoffe für mich selber und für die GWG, dass ich nicht allzu viel falsch gemacht habe.

Dann sind viele Sachen ja auch richtig gemacht worden. Womit sind Sie besonders zufrieden?

UB: Da möchte ich als allererstes das menschliche Miteinander in der Genossenschaft nennen. Mit meinem Kollegen Stefan Zellnig habe ich einen tollen kollegialen und freundschaftlichen Austausch in allen Fragen zur Entwicklung der Wohnungsgenossenschaft über die Jahre hinweg gehabt. Dafür bin ich besonders dankbar. Zum anderen haben wir es geschafft, in dieser Zeit rund 500 neue Wohnungen zu bauen. Nach wie vor ist die Wohnungsgenossenschaft auch eine Baugenossenschaft. Wir investieren, was wir können, in die energetische Sanierung unserer Gebäude und ganz aktuell befinden sich noch rund 100 weitere Wohnungen in der Neubauumsetzung. Das ist gerade in diesen schwierigen Zeiten eine bemerkenswerte Leistung, für die ich ganz besonders allen Mitarbeitern und Mitwirkenden danke.

Was macht die GWG für Sie aus?

UB: Der Genossenschaftsgedanke ist ein herausragender und bemerkenswerter. Wir alle arbeiten daran, dass wir zusammen mit unseren Mitgliedern die Voraussetzungen dafür schaffen, ein sicheres und bezahlbares Heim zu haben. Die Wohnung ist ein hohes Gut und jedes Mitglied in unserer Wohnungsgenossenschaft hat Teilhabe an diesem Gut. In unserer GWG steht nicht der Profit im Fokus, sondern dieser Gedanke, dass das genossenschaftliche Miteinander unser oberstes Ziel ist, und mit diesem Ziel konnte ich mich voll und ganz identifizieren. Ich freue mich wirklich sehr, dass ich daran viele Jahre mitgearbeitet habe.

 

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Was machen Sie jetzt mit Ihrer freien Zeit?

UB: Meine Frau ist auch schon ganz unruhig und fragt mich die gleiche Frage. Zum Glück habe ich einige Hobbies, wie das Wandern und das Schwimmen. Dann muss dringend mal im Keller aufgeräumt werden, und im Garten muss die Terrasse neu gepflastert werden. Und ich bin mir sicher, dass meine Frau noch viele Ideen hat, was mittelfristig an Renovierungsarbeiten zu erledigen wäre (lacht). Ich werde also dem Thema Wohnen verbunden bleiben und mich weiter aktiv einbringen. Seit vielen Jahren unterstütze ich mit anderen Menschen ein kleines Projekt für Jugendliche und Kinder in Manila. Wir ermöglichen, dass sie zur Schule gehen können. Ich werde nächstes Jahr nach langer Zeit mal wieder hinkommen.